Geschichte der Pfarre St. Luzius
Göfis war in frühester Zeit kirchlich eine Filiale von Rankweil. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Pfarre Göfis selbständig. Sie gehörte dem Bistum Chur an und hatte seit je den Bistumspatron St. Luzius als Kirchenpatron.
Bei Ausgrabungen im Bereich der Pfarrkirche wurden die Grundmauern einer Kirche aus der karolingischen Zeit freigelegt. Die spätere Kirche St. Luzius geht auf das Jahr 1503 zurück. Erbauer war ein Sohn unserer Gemeinde, der weitberühmte Meister Hans Sturn. Von diesem stammt auch der schöne gotische Dom von Feldkirch. Im Laufe der Zeit wurde diese Kirche mehrmals umgebaut. Nachdem die alte Kirche zu klein geworden war, erfolgte in den Jahren 1970 bis 1975 nach den Plänen des Göfner Architekten Rudolf Greußing ein totaler Umbau. Dabei blieben das Presbyterium mit dem schönen Kreuzrippengewölbe und der aus spätrömischer Zeit stammende Kirchturm in ihren originalen Formen erhalten. Im Inneren der Kirche befinden sich wertvolle Arbeiten des frühbarocken Bildhauers Erasmus von Kern. Die Altäre, der Tabernakel, der Ambo und die Provikar Lampert - Gedenkstätte, sowie der Friedhof wurden von Albert Wider aus der Schweiz (gest. 1985) gestaltet.
Unter dem Kirchenraum befinden sich die pfarrlichen Räumlichkeiten wie Pfarrsaal, Jugendräume und Sitzungszimmer.
Unsere politische Gemeinde zählt ca. 3000 Einwohner, die in 12 Parzellen zerstreut auf 9 km² wohnen. Neben dem "eigenen Nachwuchs" ist es vor allem der Zuzug aufgrund der schönen Wohnlage, der Göfis wachsen lässt.
Hl. Luzius - Patron unserer Pfarrkirche
Die
Überlieferung berichtet, dass Luzius, ein britischer König, beim Papst Eleutherus
um Missionare für sein Land bat. Der zum Christentum bekehrte König nahm das
Wort Jesu Christi von der Nachfolge ernst und verließ sein Land. Als einfacher
Missionar in Rätien wollte er das Evangelium verkünden. Einige Forscher sind
der Ansicht, dass der Heilige dem Stamm der Pritanni, die im nördlichen Teil
von Churrätien lebten, angehörte und sich im 5. oder 6. Jh. um die Christianisierung
der Umgebung von Chur bemühte. Die verschiedenen Forschungsrichtungen stimmen
in der Aussage überein, dass Luzius zwar Bischof, aber kein Märtyrer gewesen
ist. Auch dass die Gebeine des Heiligen in karolinischer Zeit in die Ringkrypta
von St. Luzius in Chur übertragen wurden, ist eher sicher. Nachweisbar ist seine
Verehrung in Chur seit dem 9. Jahrhundert.
Mehrere deutsche Schriftsteller behaupten, Luzius habe der Krone entsagt, um den Glauben in Noricum, Vindelicien und besonders in Augsburg zu verkünden. Als man ihn da vertrieb, habe er in Rätien und hauptsächlich in Chur das Christentum zu verbreiten versucht. Die wahrscheinlichste Meinung ist, dass man nicht wisse, wer jener Luzius ist, der in diesen Ländern predigte und die Kirche von Chur stiftete, die ihn allzeit unter ihren ersten Aposteln verehrte. Als er als Glaubensbote sich bei den Bündnern sich aufhielt, musste er die Flucht ergreifen. Der Ort, wo er sich verbarg, heißt jetzt noch St. Luzius-Steige. Später zog er sich in eine Höhle zurück, unweit von seinem früheren Aufenthalt. Sie erhielt ebenfalls von ihm den Namen St. Lucius-Löchlein. Zuletzt soll er in die Hände der Verfolger gefallen sein, die ihn gegen Ende des 2. Jahrhunderts in der Festung Martiola, auch Marsiola genannt, enthauptet haben. Bei Chur stand ein Kloster, das nach ihm benannt worden war. Ein Teil der Reliquien kam nach Augsburg in die Kirche zum Hl. Franziskus und die ehemalige Jesuitenkirche.
Luzius ist auf allen Abbildungen königlich gekleidet. Er trägt einen Mantel. Darunter einen Harnisch, in den Händen Schwert, Zepter oder einen Reichsapfel und auf dem Haupt eine Krone. Spätere Darstellungen zeigen ihn auch mit einem Pilgerstab. Manchmal wird er auch abgebildet mit einem Bären und einem Ochsen, die gemeinsam im Joch einen Acker pflügen. Der Legende nach zwang der Heilige den Bären, der den Ochsen gerissen hat, für diese den Pflug zu ziehen.
Luzius ist der Patron von Chur und Graubünden. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 2. Dezember.
In unserer Pfarrkirche befindet sich eine Abbildung des Hl. Luzius im wunderschönen rechten Glasfenstern in der Apsis.